

Lernraum. Zukunft. Schule
Seit 2005 arbeitet die Stadt Mülheim mit diversen Partnern an dem Pilotprojekt „Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen“. 40% der Kinder und Jugendlichen in diesem Stadtteil hat einen Migrationshintergrund. Die Veranstaltung stellt die bisherigen Konzepte in pädagogischer und integrationsfördernder Hinsicht sowie erste bauliche Studien vor. Die Realisierung des Projektes soll 2010 mit einem Wettbewerb in Angriff genommen werden.
15.00
Begrüßung
Gunvar Blanck, Vorsitzender des BDA Mülheim an der Ruhr
Impulsreferate
Lernräume im städtebaulichen Kontext
Martin Harter, Leiter des Planungsamtes der Stadt Mülheim
Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen. Konzeptidee und Sachstand.
Dr. Gabi Grimm, Universität Duisburg-Essen
Thomas Konietzka, Stadtkanzlei Mülheim
Der Lernraum als dritter Pädagoge
Prof. Dr. Johannes Bilstein, Kunstakademie Düsseldorf
Mehr Raum für weniger Schüler – Chance oder Stigma
Frank Buchwald, Immobilienservice Mülheim
18.30
Imbiss
anschließend Podiumsdiskussion der Referenten unter Einbeziehung des Plenums
Moderation: Gunvar Blanck
Ort:
Ruhrbania-Info, Ecke Leineweber- und Ruhrstraße, 45468 Mülheim an der Ruhr
Lernraum. Zukunft. Schule
Die Mülheimer Bevölkerung schrumpft seit 1970, von damals 190.000 Einwohner auf vorauss. 155.000 im Jahr 2020. Von heute aus gesehen, wird die Schülerzahl bis 2020 um 19% zurückgehen. Der Bestand von derzeit 44 Schulgebäuden befindet sich in der Überprüfung. Zahlreiche Schulen müssen erneuert und an die zukünftigen Schülerzahlen, aber vor allem auch an neue Lernraumanforderungen angepasst werden.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Projekt „Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen“, das sich seit 2005 in der Entwicklung befindet, ab 2011 gebaut und 2014 abgeschlossen werden soll.
Mülheim-Eppinghofen ist ein Stadtteil, in dem 40% der Bewohner nicht-deutscher Herkunft sind. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund ist noch höher. Es gibt relativ mehr Kinder als im Rest der Stadt und viele allein erziehende und von Sozialleistungen lebende Menschen. Der Stadtteil droht zum Problembereich zu werden, er wurde kürzlich in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen.
Die „Zukunftsschule“ ist der Teil der „integrierten Stadtentwicklung“. Bereits in der mehrjährigen Projektentwicklungsphase, die von der Stadt gemeinsam mit der Uni Duisburg-Essen moderiert wird, wirken die Betroffenen und Beteiligten regelmäßig mit. Das Projekt wird als Chance zur Aufwertung des Stadtteils gesehen und ist längerfristig auch mit der Hoffnung verbunden, als Modell für zahlreiche andere Schulen und Einrichtungen in der Stadt und darüber hinaus dienen zu können.
Es wird sich nicht um eine Schule im herkömmlichen Sinne handeln, sondern um eine Zusammenfassung von Kita, Grundschule, Hauptschule und verschiedenen sozialen Einrichtungen (Jugendhilfe), die jetzt in maroden Gebäuden nebeneinander bestehen, zu einem baulich, organisatorisch und sozial verbundenen Neubau-Ensemble. Zusätzlich wird ein Quartierzentrum entstehen, das von allen Institutionen und dem Stadtteil insgesamt genutzt werden kann. Die Baukosten sollen 42 Mio. Euro betragen (EU-Förderung).
Die Referenten stellten das Konzept der Zukunftsschule ausführlich vor, bis hin zu architektonischen Vorentwürfen, z.B. Verteilung der Baukörper, Grundrisse von Lerneinheiten. Daran anknüpfend wurde vonseiten des BDA allerdings die Frage nach dem Verfahren aufgeworfen, die gewählt werden, um die anspruchsvollen Zielsetzungen auch architektonisch optimal umzusetzen. Der Leiter des „Immobilienservice Mülheim“ sprach von einem VOF-Verfahren, das ein „Vergabebüro“ in die Hand nehmen werde. Der BLB sei auch beteiligt. Alles solle nach Recht und Ordnung geschehen. Die BDA-Vertreter mahnten einen Architektenwettbewerb dringend an und verwiesen darauf, gerade bei einem so ehrgeizigen Projekt dürfe die Chance der Auswahlmöglichkeit zwischen mehreren Entwürfen nicht vertan werden. Es wurde zumindest zugesagt, darüber mal nachzudenken.
In der Diskussion ging es außerdem um die Einbindung in den Stadtteil, Sicherheitsaspekte, Veränderungen, die auf die Beschäftigten zukommen, Einbindung ehrenamtlich Tätiger usw.
Anstelle der geplanten Exkursionen zu zwei Schulen wurden die Teilnehmer eingeladen, an der Veranstaltung es BDA Ruhrgebiet in der Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck teilzunehmen.
Uta Joeressen
Ansprechpartner: Gunvar Blanck
Mintarder Str. 18a
45481 Mülheim an der Ruhr
Tel. 0208.38 82 58 0
g.blanck(at)gunvor-architekten.de
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