

Die Bevölkerung wird älter, und die Kölner Innenstadt besitzt für Senioren zunehmend eine hohe Attraktivität. Die starke Nachfrage nach zentral gelegenen komfortablen Wohnungen lässt sich derzeit durch die rege Bautätigkeit in diesem Segment gut ablesen. Wenn hier hingezogen wird, wird anderswo weggezogen. Auch bei in der Gesamtstadt stabiler Bevölkerungszahl werden die Kontraste in der Struktur erheblich zunehmen. Hinzu kommt: die Bevölkerung wird weniger, wenn auch in Köln erst später als im Bundestrend. Während die Innenstadt blühen wird, wird die Vorstadt zum Auslaufmodell. Ein Blick in die Zukunft des Umlands im Verhältnis zur Kernstadt ist dringend notwenig. Die räumliche und soziale Umverteilung wird dramatische Auswirkungen sowohl für den suburbanen Raum als auch die Innenstädte haben.
Die Szenarios sind radikal, das Bewusstsein dafür ist noch nicht geweckt. Wer ein Grundstück im Speckgürtel besitzt, sieht sich mit einer neuen Marktlage konfrontiert. Wer ein Grundstück in der Kölner Innenstadt besitzt, wird sich mit dem gesteigerten Interesse an hoher Verdichtung beschäftigen müssen. Die Umverteilung der Siedlungsdichte ist eine enorme Chance für beide. Welche Strategien gibt es bereits, welche müssen entwickelt werden?
14.00 – 18.00
Workshop mit Experten und Vertretern von gesellschaftlichen Gruppen
Konzept des Workshops:
Kern und Rand - Vergleichende Betrachtung der Potentiale unter Berücksichtigung von
- Gruppe 1: Weniger
- Gruppe 2: Älter
- Gruppe 3: Bunter
Zeitplan:
14.00 - 18.00 Uhr: Eintreffen, Begrüßung, Impulsreferate von Experten zu den einzelnen Themengebieten, Workshop in drei Gruppen: weniger - älter - bunter
Teilnehmer sind u.a.:
Hintergrund, Motivation und Ziele:
Die Enquete-Kommission "Demographischer Wandel - Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den Einzelnen und die Politik" des Deutschen Bundestages wurde bereits 1992 gegründet, in der Stadtentwicklung scheint das Thema derzeit noch eine nachgeordnete Rolle zu spielen. Im globalen Wettstreit der Städte geht es weiterhin um Wachstum, auch wenn wir längst die Schrumpfungstendenzen erkannt haben. Auch Köln setzt hier auf verhaltenes Wachstum. Noch ist unklar, mit welchen Konsequenzen sich diese Entwicklungen auf das Umland auswirken werden. Tatsächlich haben die Umverteilungsprozesse im Siedlungsraum schon begonnen.
Es scheint, dass sich die komplexen Wirkungszusammenhänge von Kern und Rand nicht so einfach entflechten lassen, wie dies manch Planer oder Politiker wahr haben möchte. Die so gerne beschworene „Renaissance der Stadt“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir heute im Kontext mehr oder weniger dichter urbaner Agglomerationsräume leben.
Um Städte zukunftsfähig zu machen, wird es heute kaum mehr ausreichen, billiges Bauland für Einfamilienhaussiedlungen am Stadtrand auszuweisen, um kaufkräftige Bevölkerungsschichten an die Stadt zu binden. Die Situation ist gekennzeichnet von einer Vielzahl von Lebensentwürfen, die zu immer stärkeren und schnelleren Wanderungsbewegungen innerhalb und außerhalb der Städte führen. Soziale Verdrängungsprozesse in den Wachstumsgebieten stehen Leerstand, hohen Infrastrukturkosten und Wertverlusten in den Entleerungsgebieten gegenüber. Die Verteilung der Wachstums- und Schrumpfungsprozesse lässt sich jedenfalls nicht alleine auf ein wachsendes Zentrum und eine schrumpfende Peripherie reduzieren. Abhängig von den lokalen Faktoren bilden sich differenzierte Mikrostandorte, die jeweils eigenen Entwicklungsprozessen unterliegen. Bereits heute zeichnet sich ab, dass eine weiter zunehmende Heterogenität der Stadtlandschaft neuer Handlungsformen bedarf.
Der Workshop "Innere Werte und äußere Leere" setzt nun genau hier an: Es sollen beide Entwicklungen – „Drinnen“ wie „Draußen“ in den Blick genommen werden. Am Beispiel Köln werden Handlungsoptionen für zukünftige Stadtentwicklungen ausgelotet, wie sie innerhalb des dicht besiedeltsten Agglomerationsraumes in Europa dringend notwendig sind.
Es stellt sich die Frage, wie der Gefahr der Polarisierung in Gewinner und Verlierer mit Konzepten zur Stärkung regionaler Zentren begegnet werden kann. Stehen kommunale, regionale und nationale Grenzen der sinnvollen Kooperation im europäischen Wettbewerb um die besten Plätze entgegen?
Wenn man sich einen Nachhaltigkeitsbegriff dahingehend erweitert vorstellt, der sich nicht nur beschränkt auf bauphysikalische Energieeinsparungsmodelle, sondern insbesondere auch gesellschaftliche Fragestellungen einer urbanen Stadtgesellschaft mit einbezieht, wie ließen sich aus dem Spannungsgeflecht Stadtentwicklung-Immobilienmarkt Werkzeuge einer veränderten Planungskultur ableiten?
Der BDA Köln lädt interessierte Gruppen und Initiativen zur aktiven Teilnahme am Workshop ein.
Anmeldung: BDA Köln: Tel. 0221.32 73 37, info@bda-koeln.de
Ort: Haus der Architektur Köln, Josef-Haubrich-Hof 2, 50676 Köln
19.30
Öffentliche Podiumsdiskussion
Angereichert mit den Ergebnissen des vorher gehenden Workshop-Gespräches diskutieren Experten aus Kultur, Politik, Verwaltung und Planung die Szenarien, Phänomene und Herausforderungen des „Weniger. Älter. Bunter“ in Köln.
Impulsvortrag von Herrn Prof. Walter Siebel, Universität Oldenburg, Institut für Sozialwissenschaften
Moderation: Jörg Leeser und Gert Lorber, Vorstandsmitglieder des BDA Köln
Ort:Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln
Haus der Architektur Köln
Josef-Haubrich-Hof 2, 50676 Köln
Ansprechpartner: Christian Wendling, Geschäftsführer
Tel. 0221.32 73 37
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