

Gemeinsam statt einsam.
Neue Wohnformen im Alter
Busexkursion und anschließende Podiumsdiskussion
10.30
Treffpunkt: Vor dem Institut für Städtebau, Nussallee 1, 53115 Bonn
Bus-Exkursion
Zwei Bonner Beispiele für Mehrgenerationenwohnen
Wohnanlage Amaryllis in Bonn-Vilich-Müldorf
Führung: Silke Gross, Bewohnergenossenschaft Amaryllis eG
Wohnanlage in der Heerstraße, Bonn-Altstadt
Führung: Eva Hüttenhain, Wahlverwandtschaften e.V.
Anschließend Imbiss
Für die kostenlose Teilnahme an der Exkursion ist eine Anmeldung beim BDA Bonn-Rhein-Sieg erforderlich: presse@bda-bonn.de; Tel. 0228.39 08 08 3 (Frau Yola Thormann)
16.00
Offene Veranstaltung, keine Anmeldung erforderlich
Begrüßung und Einführung
Joachim Klose, Vorsitzender des BDA Bonn-Rhein-Sieg
Podiumsdiskussion
Bauliche, rechtliche und soziale Aspekte neuer Wohnformen
Moderation: Andreas Denk, Chefredakteur „der architekt“, Bonn/Berlin
Ort:
Institut für Städtebau, Hörsaal, Nussallee 1, 53115 Bonn
Gemeinsam statt einsam. Neue Wohnformen im Alter
Veranstaltung des BDA Bonn-Rhein-Sieg am 7.11.2009
Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ veranstaltete der BDA Bonn-Rhein Sieg am Samstag, 7. November 2009, eine Bus-Exkursion und Podiumsdiskussion zum Thema „Neue Wohnformen im Alter“.
Wie groß das Interesse an neuen generationenverbindenden Wohnformen ist, zeigte sich an der Tatsache, dass die Bus-Exkursion nur wenige Stunden nach Erscheinen eines Veranstaltungshinweises im Bonner General-Anzeiger ausgebucht war. Über 200 Personen wollten die Mehrgenerationen-Projekte am Dorothea-Erxleben-Weg in Vilich-Müldorf und an der Heerstraße in der Altstadt besichtigen. Im Interesse der Bewohner musste die Teilnehmerzahl jedoch auf 50 begrenzt werden. Viele, die keinen Platz im Bus gefunden hatten, kamen aber zur anschließenden Podiumsdiskussion im Institut für Städtebau.
Die kostenlose Fahrt führte zunächst zur Wohnanlage der Amaryllis eG in Vilich-Müldorf (Dorothea-Erxleben-Weg). Durch das Projekt führten Silke Gross und ihr Mann, die Initiatoren der Genossenschaft. Die vom Architekturbüro Alte Windkunst (Herzogenrath) entworfene Anlage fasst in drei Gebäuden 30 individuell gestaltete Wohneinheiten zusammen, in denen zurzeit 46 Erwachsene zwischen 26 und 85 Jahren sowie 20 Kinder und Jugendliche leben. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftswohnung mit Küche, Büro und Gästezimmer. Die Gestaltung des eigenen Lebensraumes in ökologisch nachhaltiger Bauweise (KfW-40-Häuser, zentrale Holz-Pellet-Heizung) war und ist der Amaryllis eG ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Lebensform nach dem Prinzip des „Miteinander – Füreinander“. Die angestrebte soziale Mischung wurde durch sechs geförderte Sozialwohnungen und durch die Integration von Menschen mit Behinderungen erreicht (weitere Informationen unter: www.amaryllis-bonn.de).
In der Heerstraße der Bonner Altstadt liegt das erste realisierte Projekt des Vereines Wahlverwandtschaften, der in Bonn weitere Mehrgenerationen-Projekte plant. Eva Hüttenhain, Vorsitzende des Vereins, führte die Besucher durch die Wohnanlage, die aus einem Vorderhaus mit 23 Wohneinheiten (davon sieben geförderte Sozialwohnungen) und Gemeinschaftsräumen sowie einem Gartenhaus mit weiteren 24 Wohneinheiten (Mietwohnungen und elf Eigentumswohnungen) besteht. Wie die Amaryllis eG konnte auch dieser Verein der Stadt Bonn durch ein Mobilitätskonzept nachweisen, dass sehr viel weniger Stellplätze als der geforderte Stellplatz pro Wohneinheit (WE) benötigt wurden. So kommt die Wohnanlage in der Heerstraße mit nur 19 Stellplätzen aus. In den 41 – 106 qm großen Wohnungen, die alle barrierefrei und individuell gestaltet sind, leben 44 Erwachsene und drei Kinder. Grundvoraussetzung für das gemeinschaftliche und solidarische Leben in dem Mehrgenerationen-Projekt ist nach Eva Hüttenhain die hohe soziale Kompetenz und der Gemeinschaftssinn aller Bewohner (weitere Informationen unter: www.wahlverwandtschaften-bonn.de).
In der anschließenden Podiumsveranstaltung wurden die baulichen, rechtlichen und sozialen Aspekte des Mehrgenerationenwohnens diskutiert. Eingeladen waren der Architekt BDA Klaus Fischer, der mit einem kurzen Filmbeitrag das von ihm realisierte Mehrgenerationenprojekt „Karmelkloster“ in Bonn-Pützchen vorstellte (weitere Informationen unter: www.wohnen-im-karmel.de), Sabine Matzke von der WohnBundBeratung NRW, die als Beraterin Projekte dieser Art begleitet, Judith Kusch, die als Architektin in Köln selbst eine Baugruppe initiiert hat, Ulrik Karsten, der als kaufmännischer Leiter der RheinHaus GmbH die Investorensicht darlegen konnte, sowie Stadtbaurat Werner Wingenfeld und die Vorsitzende des Vereins Wahlverwandtschaften Eva Hüttenhain. Unter der Moderation von Andreas Denk, Chefredakteur der Zeitschrift „der architekt“, entstand eine spannende Diskussion mit zahlreichen Beiträgen aus der Zuhörerschaft. Ein viel diskutierter Schwerpunkt war die Standortfrage von Mehrgenerationen-Projekten. Den Initiatoren zufolge besteht die größte Schwierigkeit bei der Realisierung vor allem darin, zeitnah ein geeignetes Grundstück zu finden. Stadtbaurat Wingenfeld musste sich dem Vorwurf stellen, die Stadt würde Baugruppen zu wenig bei der Grundstückssuche unterstützen. Wingenfeld seinerseits wies darauf hin, dass es der Stadt an geeigneten innerstädtischen Grundstücken fehle und der Zwischenerwerb aus fiskalischen Gründen schwierig sei. Der politische Wille sei aber da: Man habe erst vor kurzem eine Kontaktstelle beim Amt für Soziales und Wohnen eingerichtet (Adresse s.u.). Der Vorschlag Judith Kuschs, die Stadt bzw. das Stadtplanungsamt solle sich doch von einem in Mehrgenerationen-Projekten erfahrenen Projektsteuerer beraten lassen, wurde ebenso begrüßt wie der Vorschlag Fischers, die Stadt möge doch endlich eine Plattform für Initiativen und Hauseigentümer einrichten.
Adressen:
Vereine & Initiativen:
Yola Thormann, Bonn
Ansprechpartner: Nikolaus Decker
Muffendorfer Hauptstr. 70
53177 Bonn
Tel. 0228.96 96 56 00
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